Mittwoch, 21. Januar 2015

Indien - ein Wiedersehen

Meine erste Station ist ein Wiedersehen mit einem bekannten Land: Indien. Vor sieben Jahren hatte ich fünf ereignisreiche Monate hier verbracht, gearbeitet und bin tief in die Kultur eingetaucht. Es ist daher ein Muss auf meiner Reise um die Welt, hier vorbeischauen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass mich wohl kein anderes Land nachhaltig so geprägt hat in so kurzer Zeit wie Indien. Die Umstellung damals war gewaltig, vor allem der Verkehr in Mumbai, das Essen und die gravierenden Gegensätze von arm und reich, die allgegenwärtig waren, gleichzeitig eine unerschöpfliche Begeisterungsfähigkeit, die mich nicht nur einmal in Staunen versetzt hat, eine Gastfreundlichkeit, die ich sonst nirgends erlebt habe, und der langsam entstandene Respekt, wie dieses Land doch funktioniert, obwohl man im ersten Moment ernste Zweifel darüber haben kann.
Die Ankunft verlief reibungslos. Nach einem angenehmen Flug von Berlin über Frankfurt nach Mumbai traf ich gegen 3 Uhr bei der Mutter einer Freundin von mir ein. In den darauffolgenden Tagen hatte ich die Gelegenheit, bei fast allen Bekannten vorbeizuschauen, mit denen ich noch in Kontakt stand. Der Mix an Aktivitäten ließ mich dabei wieder voll in das Leben von Mumbai eintauchen: Abendessen im berühmten Club der Mumbai Cricket Association (MCA), Ausgehen in der Barszene von Bandra (hilft immer, wenn die Begleitung den Barmanager persönlich kennt), Bummeln über den Crawford Market (meine Gastmutter hat mich auch gleich einem Shopbesitzer vorgestellt, der dort seit 20 Jahren Dinge des täglichen Lebens verkauft), Zugfahrt im öffentlichen Personennahverkehr u.v.m.

Ricksha-Fahren in Mumbai

Darf auf keinem Indienbesuch fehlen: Gewürzeshopping auf dem Crawford Market im Süden Mumbai

Abfahrt im Nahverkehrszug

Sonnenuntergang am Marine Drive im Süden Mumbais

Hat sich nicht groß verändert: Verkehr in Mumbai (Samstag, 19 Uhr)

Unangefochtener Höhepunkt war jedoch die spontane Einladung einer Freundin von mir zur Hochzeit ihres Cousins zu kommen, die zufälligerweise am Sonntag vor meinem Weiterflug angesetzt war - das Motto: Bollywood! Es war wirklich ein unglaublicher Abend. Das Brautpaar - bereits seit 9 Jahren zusammen - hatte sichtlich Spaß an dem Motto. Der Bräutigam hat zumindest ganze zwei Stunden lang den Vortänzer für die Bollywood-Moves gemacht. Auch die Familie war insgesamt sehr entspannt für indische Verhältnisse. Aus Rücksicht vor der Familie der Braut, die aus dem Staat Gujarat im Norden Indiens kommt, wo Alkohol komplett verboten ist, gab es "spezielle Mixes" unter dem Tisch der Familie des Bräutigams. Es war eine katholische Hochzeit, d. h. es begann mit einer Zeremonie in der Kirche, bevor es dann auf einen hergerichteten Innenhof einer Schule ging zusammen mit ca. 300-400 anderen Gästen.

Fotoshooting nach der Kirchenzeremonie

Bollywood-Tanzeinlage der Braut

Ca. 300-400 Leute waren da

Aufgrund einer Lärmschutzverordnung darf in Mumbai Musik nur bis 22 Uhr öffentlich ertönen, das heißt es wurde erstmal bis dahin getanzt, bevor nach 22 Uhr das Buffet eröffnet wurde. Gegen Mitternacht war ich dann wieder zu Hause - ein perfekter Abschluss für eine Wiederkehr nach Mumbai nach sieben Jahren!


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