Im Vergeich zu anderen Regionen ist Rajasthan touristisch sehr gut erschlossen. Es gibt eine Menge Hotels, Restaurants, Tourguides und alle Highlights sind gut erreichbar. Von Delhi fährt täglich mehrmals ein Zug über Jaipur und Jodhpur bis nach Jaisalmer und es gibt auch zahlreiche Busverbindungen. Man kann auch Komplettpakete buchen inklusive persönlichen Fahrer und Guide, wenn man sich nicht unbedingt mit der lokalen indischen Bürokratie auseinandersetzen will.
Jaisalmer liegt mitten in der Wüste und hat wie viele der Städte der Region ein ansehnliches Fort, das auf einem Hügel gebaut ist. Dass es dieser Stadt mal richtig gut ging, sieht man an den zahlreichen Villen rund um das Fort (sog. Havelis), die meist mehrstöckig und mit reichlich Kunstverzierungen (Marmor, Edelsteine, Elfenbein) versehen sind. Auch gibt es in der gesamten Altstadt ein Abwassersystem, das für damalige Verhältnisse recht fortschrittlich war.
Highlight dieser Station war die Übernachtung in einem der Wüstencamps außerhalb der Stadt, inklusive eines Kamelritts im Sonnenuntergang. Am Abend gab es noch ein Kulturprogramm mit Rajasthan-Musik, das ich eher aus Alternativlosigkeit besuchte. Außerdem konnte man sich der Musik in den Wüstenzelten kaum entziehen. Ich war der einzige "West'ler" weit und breit und da nicht alle Inder den Anblick von allein reisenden Personen gewohnt sind, wurde ich sogleich von einem Pärchen "adoptiert", mit dem ich mich nett unterhalten habe.
Am nächsten Morgen ging es dann nach Jodhpur, der "blauen Stadt", wie sie auch genannt wird aufgrund der blau bemalten Häuser in der Altstadt. Das Highlight dieser Stadt ist jedoch das über allen Häusern thronende Meherangarh-Fort, das mich an eine Supersize-Ausgabe der Festung Königstein in der Sächsichen Schweiz erinnerte. Ich habe in meinem Leben noch nicht solch ein großes Fort gesehen. Auf einem 100 m hohen Felsen erhebt sich die Festung und ist bereits von weitem unübersehbar. Das Fort wurde mit Beginn der Stadtgründung Jodhpurs 1459 erbaut. Die heutige Bausubstanz stammt jedoch aus den 17. Jahrhundert.
Am Aufgang sprang mir ein interessantes Angebot ins Auge. Rund um das Fort gab es einen Seilparcours, den man absolvieren konnte. Nachdem ich gelesen habe, dass das "Equipment imported from France" ist, war ich vollends überzeugt und glücklicherweise noch spontan ein Platz frei. Insgesamt sechs Abgründe gab es zu überwinden mit einer tollen Aussicht auf das Fort. Es hat riesen Spaß gemacht und ich kann es nur jedem empfehlen. Sogar eine Szene von "Batman 3 - The Dark Knight Rises" wurde hier gedreht.
Am nächsten Tag war dann der kurze Ausflug in den Norden Indiens dann auch schon wieder zu Ende und es begann eine fast 24-stündige Reise per Flugzeug von Jodhpur über Mumbai und Bangkok nach Rangun in Myanmar, jeweils mit bis zu sechs Stunden Aufenthalt. Sehr übermüdet bin ich wohlbehalten eingetroffen und trotz der Vorfreude auf das Kommende traurig, dass die Zeit in Indien schon wieder vorbei ist.







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