Sonntag, 8. März 2015

Alles Roger in Kambodscha - Entspannung am Meer

Nach den sehr geschichts- und kulturgeprägten Tagen in Siem Reap und Phnom Penh stand in den folgenden Tagen der Entspannungsaspekt im Vordergrund. Kambodscha hat einige sehr idyllische Strände am Golf von Thailand zu bieten, viele auf vorgelagerten Inseln. Ich habe mich daher entschlossen, auf die Insel Koh Rong, circa 30 Kilometer vor der Küstenstadt Sihanoukville gelegen, zu fahren und muss sagen, es war mein absolutes Strandhighlight auf dieser Reise. Feiner, weißer Sand, einige Strandhütten und der Rest der Insel von Urwald bedeckt - besser geht es kaum. Die Fahrt mit dem Speedboot dauerte weniger als eine Stunde und schon stand ich im Paradies. Recht spontan hat sich dann noch ein Ausflug per Boot rund um die Insel ergeben, zusammen mit zwei Finnen und zwei Italienerinnen. Es war das erste Mal, dass ich Fischen war und dabei sogar etwas gefangen habe. Am Abend haben wir die Fische gegrillt und an einem Strand auf der anderen Seite der Insel den Sonnenuntergang genossen. Mehr braucht man nicht für einen herrlichen Tag! Die weiteren Tage liefen weiter recht entspannt mit Ausnahme des letzten Abends, der zufälligerweise auf den Vollmondtag fiel und daher Anlass für eine ordentliche Full Moon Party bildete. Nicht so groß wie auf Ko Phan Ngan in Thailand, sondern gemütlich mit circa 200-300 anderen Leuten konnte man bis in die Morgenstunden am Strand tanzen.
Einmal um die Insel per Boot

Traumhaft klares Wasser

Blick aus meiner Strandhütte zum Meer

Ausblick auf das kleine Stranddorf auf Koh Rong

Nach der Rückkehr auf Festland habe ich noch einige Tage in Kampot, einer kleinen, idyllischen Hafenstadt circa zwei Stunden von Sihanoukville entfernt. Per Motorrad wollte ich dieses Mal die abgelegenen Wege erkunden. Man erkennt sofort, wenn man aus dem Dunstkreis des Tourismus herausfährt, denn man wird von allen Seiten angestarrt und die Kinder laufen einem wieder freudig entgegen, lachen und winken, ähnlich wie in Myanmar. Das Landleben fasziniert mich, vor allem die einfachen Häuser, die Reisfelder (die jedoch in der Trockenperiode größtenteils nicht bewirtschaftet sind) und die staubigen Straßen. Das Leben ist allerdings sehr hart. Ich sehe Bauern, die in der Hitze ihr Feld bestellen - ganz ohne Maschinen. Ich muss mehrmals an die Rote Khmerzeit denken, wo dieses Leben das Ideal darstellen sollte und die städtische Bevölkerung Zwangsarbeit verrichten musste. Das ist erst 40 Jahre her.

Fahrt durch die Dörfer um Kampot im Süden Kambodschas

Ackerbau entlang der Straße (im Vordergrund: Reisfeld), teilweise brach aufgrund der derzeitigen Trockenzeit

Pfefferanbau

Ein ökologisch negatives Beispiel bei der Entwicklung des Landes wird sichtbar, wenn man in den (ehemaligen) Nationalpark Bokor Mountain bei Kampot fährt. Dort entstehen derzeit Hotels, ein Casino, Apartments und alles verbunden mit einer perfekt geteerten Straße auf die Spitze des Berges, wie ich sie sonst nirgends in Kambodscha gesehen habe. Dafür wurden unschwer erkennbar große Flächen Urwald abgerodet und Schneisen in die Felsen gesprengt. Das Highlight: Der Nationalpark gehört wohl einem thailändischen Exminister. Ich hoffe nicht, dass dies der bevorzugte Weg in die Zukunft ist. Allerdings muss man auch sagen, dass in ganz Kambodscha auffallend viele Restaurants und Hotels ausländischen Personen (vor allem aus dem Westen) gehören. 
Beste Straße, die ich in Kambodscha gesehen habe, dort, wo einst dichter Urwald stand (Bokor Mountain)

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