Den Anfang meines Besuchs machte Macau, wo ich einen guten Freund und ehemaligen Kommilitonen getroffen habe, der dort seit einiger Zeit mit seiner chinesischen Frau lebt und arbeitet - ein perfekter Einstieg in den Ostasiatischen Raum. Macau steht aufgrund seiner Größe ganz klar im Schatten Hong Kongs. Mit circa 600.000 Einwohnern auf drei kleinen Inseln verteilt hat es eine Ausdehung von weniger als 10x5 Kilometer. Nichtsdestotrotz ist es ein ökonomisches Schwergewicht. Haupteinnahmequelle ist der Casinobetrieb, der in China verboten ist und damit unzählige Touristen (und jede Menge Schwarzgeld) anlockt. Ich war im Las Vegas Asiens gelandet! Die großen Namen, wie das Venetian, MGM Grand oder Wynn sind hier alle vertreten und kaum von ihren Vettern in der amerikanischen Wüstenstadt zu unterscheiden. Die Stadt wird dabei immer weiter zugebaut und kein Quadratemeter ausgelassen. Allerdings gibt es auch noch eine zweite Seite. Auf der nördlichen Insel gibt es eine historische, von den Portugiesen errichtete Altstadt mit einigen Sehenswürdigkeiten, wie ein Fort oder mehrere Kathedralen, die sehr europäisch wirken - eine absolute Ausnahme in Asien. Nach einem Tag hat man die Stadt jedoch vollständig gesehen; die Altstadt am Vormittag und die wesentlichen Casinos am Nachmittag. Letztere haben durchaus ihren Reiz, denn sie verfügen über eine ansehnliche Ansammlung von Restaurants und Sky Bars, die wir reichlich genutzt haben. Sogar einen Friseur habe ich gefunden, der mir keinen klassischen "Asiaschnitt" verpasst hat.
Altstadt von Macau im portugiesischem Stil
Das Casino Galaxy, eines der ersten, die im neuen Stadteil Taipa eröffnet haben
Die Casinostadt bei Nacht
Fährservice zwischen Hong Kong und Macau (Fahrtzeit: ca. eine Stunde)
Die darauffolgenden drei Tage habe ich in Hong Kong verbracht. Mit fast acht Millionen Einwohnern ist die Stadt bedeutend größer als die kleine Schwester Macau, jedoch mit einer der höchsten Einwohnerdichten der Welt. Sichtbar wird dies an der Bebauung. Ich habe mich teilweise wie in einem Science-Fiction-Film gefühlt, wenn ich mich über die zahlreichen Sky Walks bewegt habe. Die ersten Momente waren ein kleiner Kulturschock, doch man findet sich schnell zurecht. U-Bahn, Straßen, Sky Walks und klassische Gehwege sind größtenteils perfekt miteinander kombiniert (wenn man das System durchschaut hat). Es hilft auch, dass alles auf Englisch ausgeschildert ist. Dafür kann man der ehemaligen Kolonialmacht nur danken. Der Staat Hong Kong liegt auf mehreren Inseln, von denen jedoch einige nicht bebaut sind. Das Zentrum konzentriert sich auf den Nordteil der eigentlichen Insel Hong Kong sowie das gegenüberliegende Kowloon. Beide Städte (oder Stadtteile) sind durch mehrere U-Bahnlinien miteinander verbunden. Mein erstes Ziel war ein Aussichtspunkt auf der Hong Kong-Seite, um mir erstmal einen Überblick zu verschaffen. Der "Victoria Peak" bietet dafür die beste Gelegenheit - wenn das Wetter mitspielt. Leider war es sehr wolkig. Etwas überambitioniert bin ich die Strecke vom Hafen bis zur Aussichtsplattform zu Fuß gegangen, was nicht empfehlenswert ist, wenn man danach noch schweißfrei weitere Teile der Stadt erkunden möchte. Nach dem Aufstieg habe ich mir die Kowloon-Seite angeschaut, welche großflächiger ausfällt, als das an den Hang gepresste Downtown Hong Kong. Der erste Eindruck war auf jeden Fall überwältigend.
Skyline von Hong Kong von Kowloon aus gesehen
Eine zufällige Seitenstraße in Kowloon
Insgesamt hat mich Hong Kong sehr begeistert. Es ist eine sympathische Weltstadt mit eigenem Charme und Charakter. Die Hong Konger sind stolz auf ihre britische Vergangenheit und distanzieren sich stark von den "Festlandchinesen". Sie sprechen ihren eigenen Dialekt (Kantonesisch) und nutzen immer noch die alten, traditionellen (und komplizierteren) chinesischen Schriftzeichen. Ich kann mir einen Besuch hier jederzeit vorstellen.








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