Auf den ersten Blick macht die größte Stadt Rangun einen sauberen (im Vergleich zu Indien), offenen und ausgelassenen Eindruck. Es gibt unzählige neue Mittelklassewagen auf den Straßen, obwohl der Import von PKW erst seit vier Jahren erlaubt ist. Myanmar ist wohl auch das einzige Land in der Welt, in dem auf der rechten Seite gefahren wird, die Autos allerdings für Linksverkehr ausgelegt sind. Das liegt daran, dass die meisten Autos aus Thailand stammen, wo Linksverkehr herrscht. Sprachlich kommt man mit Englisch zurecht, dank des Erbes als ehemalige britische Kolonie.
Rangun ist das Zentrum des Landes, jedoch seit 2006 nicht mehr offizielle Hauptstadt. In religiöser Hinsicht steht hier eines der größten buddhistischen Pagodas (kegelförmige Denkmäler), das Shwedagoda Pagoda. Über 100 m hoch und komplett mit Gold überzogen, ist es an der Spitze mit Diamanten besetzt. Rund herum gibt es eine Ansammlung von kleineren Tempeln zum Meditieren. Ein interessanter Ort, der jedoch von den Touristenströmen regelrecht überrannt wird. Inmitten von betenden Gläubigen läuft man durch die Anlage. Ein Sicherheitsmann versichert mir jedoch, dass es okay ist, zwischen den Gläubigen herumzulaufen und Fotos zu machen. Eine sehr rücksichtsvolle Religion, der Buddhismus.
Am zweiten Tag in Rangun bin ich dann zu meiner Gruppe gestoßen, mit der ich in den nächsten zwölf Tagen durch das Land reisen werde. In Myanmar probiere ich mal eine Gruppenreise aus. Ich habe mich ein wenig umgeschaut und bin auf Gecko-Reisen gestoßen, die Touren für jüngere Leute organisieren. Man hat einen Guide, reist aber trotzdem im günstigen Preissegment durch das Land. So begann die Reise mit einer 20-stündigen Zugfahrt von Rangun nach Bagan, circa 500 km im Norden. Die Zugfahrt war eines der abgefahrendsten Bahnerlebnisse meines Lebens. Trotz Erfahrungen in der Ukraine, Thailand und Indien war ich sichtlich überrascht, dass die Bahnstrecke überhaupt noch freigegeben ist. Die Fahrt glich eher dem Reiten eines Pferdes, was keinesfalls übertriebe ist. Das Bier im Speisewagen musste man die ganze Zeit festhalten, damit es nicht vom Tisch fällt und es galt laut zu sprechen, da sonst die metallenen Fahrgeräusche jedes Gespräch übertönen. Mit wenig Schlaf und leicht "seekrank" kamen wir dennoch wohlbehalten in Bagan an.
Bagan ist wirklich beeindruckend. Über 2.000 Tempel wurden hier im Laufe des 11.-13. Jahrhunderts mit der Einführung des Buddhismus in Birma erbaut. Die Stadt war damals größer als London. Einen Einblick davon erhält man am besten, wenn man sich in die Luft erhebt und die Dinge von oben betrachtet. Eine Ballonfahrt bot dazu die perfekte Gelegenheit mit imposantesten Anblicken, die ich wohl mein ganzes Leben nicht vergessen werde. Hier ein paar Ansichten:
Im Anschluss haben wir uns die Tempel auch aus nächster Nähe angeschaut:












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